Das Schokoladenbeispiel

Macht die Verwendung des künstlichen Zuckeralkoholes Isomalt in Schokoladen Sinn?

Nehmen wir das Beispiel Vollmilch-Schokolade. Der Zuckeranteil liegt bei 35 %. Das sind bei 100 g 142 kcal aus Zucker. Bei Isomalt wären es nur 70 kcal. Es können also 72 kcal eingespart werden. Nun hat eine Tafel Vollmilchschokolade ganze 540 kcal. Die Isomalt-Vollmilch-Schokolade hat dann nur noch 468 kcal. Ganze 13 % eingespart. Toll! :-)

Primär sind für den Diabetiker sicherlich die verwertbaren Kohlenhydrate von Interesse. In 100 g sind es ca. 58 g. Bei Isomalt-Vollmich-Schokolade sind es dann nur 40,5 g. Das sind immerhin schon 30 %. Und wie sieht das in der Praxis aus? Eine 100 g Tafel ist meistens in 15 Stückchen geteilt, wovon 3 Stückchen eine Portion sein sollte. Macht also 11,5 g verwertbare KH. Sparen wir davon 30 % ein, sind es nur 8 g bzw. haben wir 4 g, also 1/3 BE eingespart.

Der Feinschmecker steht jetzt vor folgender Fragestellung: Soll er 2 Stück einer edlen Schokolade essen oder 3 Stück eines "Diät"-Produktes, das in Konsistenz und Geschmack deutlich von dem abweicht, was er sich wünscht. Entscheidet er sich für die 1. Variante, spart er auch noch 30 % der Kalorien.

Die nächste Frage ist natürlich die, wie schnell der Zucker in der Schokolade resorbiert wird. Schokolade wird ohnehin in die Gruppe der Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index eingeordnet. Bei Bitterschokolade beträgt er sogar nur 22. Eine weitere Senkung des GI ist für Typ-I-Diabetiker problematisch, da der Bolus dann zu schnell wirkt. Typ-II-Diabetiker können davon nicht profitieren, da der Kaloriengehalt sehr hoch ist und man nur so kleine Mengen verzehren sollte, die bei diesem GI ohnehin unbedenklich sind.